Das wohl größte Paradoxon aller Zeiten ist der "gesunde" Menschenverstand.


Blut

Kalte Fingerspitzen berühren ihre Lippen, zeigen ihr nun still zu sein. Ihr Körper liegt auf Felsenklippen, umhüllt von hellen Mondschein.

Ihr letzter Schrei ist schon lange verstummt, nur das tobende Meer ist noch zu hören. In einem Gewannt des Windes gemummt, wird sie bald der Ewigkeit gehören.

Tief schneidet die Klinge in ihre Haut, von den Steinen tropft das Blut ins Meer. Der Nachtschwarzes Kleid macht sie zur Braut, vermählt mit dem stechenden Schmerz des Speers.

Langsam gleitet der letzte Atem aus ihr heraus, ihre Augen sehen in die Dunkelheit empor, während das Wasser unter ihr braust und sie ihre verzweifelte Seele verlor!


Gefallener Engel

Ich bin gefallen so tief wie nie zuvor
mit einem einzigen lautlosen Schrei,
lag am Boden von zahllosen Füßen getreten
und konnte nichts tun,
war allein und ohne jeden neuen Mut.

Meine Flügel einst weiß und voller Hoffnung
sind nun schwarz und voll mit Blut
und so schritt ich auf diesem steinigen Pfad
und komm nicht zur Ruh‘.

So wandere ich weiter mit meiner schweren Last
und manchmal sehe ich ein Licht das in meinem Dunkel erwacht
doch gefunden habe ich es immer noch nicht...


Der Masochist

Des Mondes helles Licht.
Zart, wirft es einen Hauch von Anerkennung auf ihn.
Umhüllt förmlich jede einzelne Struktur.
Der Glanz seiner stahlblauen Augen, ist schon längst verblasst.
Und doch lodert es in ihm.

Vor Wut, Vor Trauer und Liebe.
Nichts, nimmt er mehr war.
Nicht einmal das Mädchen,
das ihn über alles zu lieben vermag.
Fühlen, kann er schon lange nicht mehr.
Spürt keinen Schmerz.
Noch nicht mal den, den er sich selbst zufügt.

Seine Gefühle verdrängt er.
Selbst seine endlose Liebe zu ihr,
die womöglich keine andere durchbrechen kann.
Kein einziger Funken Hoffnung macht sich in ihm breit.
Wohl eher die suiziden Gedanken,
die ihn ständig verfolgen.
Selbst im Schlaf,
ist er vor denen nicht sicher.

Immer mehr isoliert er sich.
Immer mehr vergräbt er sich in seiner eigenen Welt.
Lässt keinen mehr an sich ran.
Lässt sich von niemandem helfen.
Immer mehr verzweifelt er.
Weiß nicht ein, noch aus.
Denkt, es interessiert keinen.
Doch dass da doch jemand ist, der sich kümmert,
lässt ihn scheinbar völlig kalt. Bemerkt es nicht einmal.
Hat nur noch eines im Kopf - seinen Tod.